Der Angriff der USA und Israels auf den Iran hat Unsicherheit in das weltweite Ölsystem gebracht, was in der Regel auch teureres Benzin bedeutet. Laut einem Reuters-Bericht haben Reeder und Händler aus Vorsicht begonnen, die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu meiden – eine maritime Lebensader, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs an Flüssigkraftstoffen fließt.
Was bedeutet das für Slowenien und die Benzin- und Dieselpreise? In Slowenien werden die Preise für 95-oktaniges Benzin und Diesel nach einem 14-Tage-Durchschnitt berechnet, sodass ein eventueller „Schock“ nicht am selben Tag spürbar ist, sondern mit Verzögerung eintritt.
Öl könnte steigen
Während die USA und der Iran versuchen, eine Einigung über die Einschränkung iranischer Nuklearaktivitäten zu erzielen, richtet sich die Aufmerksamkeit genau auf die Straße von Hormus, die der Iran vergangene Woche wegen Militärübungen vorübergehend eingeschränkt bzw. für einige Stunden gesperrt hatte, was den reibungslosen Ölfluss aus dem Nahen Osten in die Welt beeinträchtigt.
Wie Reuters berichtet, warnen Analysten, dass sich bei einer Eskalation des Konflikts und ohne Deeskalation auf den Ölmärkten schnell zusätzliche Risiken ergeben könnten – in diesem Fall könnte der Brent-Preis (Brent ist der Referenzpreis für Nordseeöl, an dem sich ein Großteil des Weltmarkts orientiert) um etwa 10 bis 20 Dollar pro Barrel steigen. Reuters zitiert auch eine Einschätzung von Barclays, wonach Brent bei größeren Störungen rund 80 Dollar pro Barrel erreichen könnte.
Im schlimmsten Fall, wenn es zu ernsthaften Störungen beim Öltransport durch die Straße von Hormus käme, wäre das Potenzial für einen noch deutlicheren Anstieg erheblich größer, da es sich um eine außerordentlich wichtige Route handelt. Bleiben solche Störungen aus – also wenn die Lieferketten relativ normal funktionieren – kann die Angst auch schnell nachlassen. Reuters erwähnt bei den Szenarien sogar die Möglichkeit, dass der Preis bei Ausbleiben tatsächlicher Störungen um einige Dollar pro Barrel sinken könnte.
Wann ändern sich in Slowenien die Kraftstoffpreise und warum nicht sofort?
In Slowenien haben wir derzeit regulierte Preise für bleifreies 95-oktaniges Benzin und Diesel, die nach einem 14-Tage-Durchschnitt berechnet werden, sodass sich der „Schock“ vom Markt nicht am selben Tag überträgt, sondern mit Verzögerung.
Käme es auf dem Weltmarkt tatsächlich zum schlimmsten Szenario (z. B. ernsthaften Störungen in der Straße von Hormus) und würde Brent um z. B. +20 USD/Barrel steigen, würde das auf Rohölniveau etwa +12–13 Cent pro Liter bedeuten. An den Zapfsäulen könnte sich das als einige bis etwa zehn Cent zeigen, da in unserem Literpreis ein großer Anteil aus Steuern + Mehrwertsteuer und einer regulierten Marge besteht, und der Staat durch Änderung der Steuern einen Teil der Verteuerung abfedern kann. Die Modellpreise werden auf Basis der 14-Tage-Durchschnitte der Mineralölproduktpreise berechnet.
Kommt es zu keinen tatsächlichen Versorgungs-/Transportstörungen, kann ein Teil der Verteuerung schnell wieder nachlassen – und dann kann es in Slowenien passieren, dass die Auswirkung an den Zapfsäulen gering oder kurzlebig ist, weil das 14-Tage-Modell und ein eventueller Eingriff bei den Steuern den Anstieg abmildern.
