Ungarischen Autofahrern steht eine schwierige Zeit bevor – warum die Kraftstoffpreise weiter steigen könnten.

Analysten warnen, dass ungarische Autofahrer trotz gelegentlicher Forderungen nach einer Wiedereinführung der staatlichen Preisobergrenze bald mit höheren Kraftstoffpreisen rechnen müssen. Den Experten zufolge ist der Hauptgrund für die derzeit hohen Preise nicht ein Mangel an Rohöl, sondern fehlende Raffineriekapazitäten in Europa, verstärkt durch geopolitische Spannungen.

Warum eine Rückkehr zur Preisobergrenze nicht helfen würde

Ungarn hatte in der Vergangenheit bereits einen festen Kraftstoffpreis von 480 Forint pro Liter, doch eine solche Maßnahme würde laut Analysen zu sofortigen und schweren Engpässen an den Tankstellen führen — wegen verstärktem „Tanktourismus“ aus Nachbarländern und massenhaftem Tanken ausländischer Lkw zu künstlich niedrigen Preisen. Zur Erinnerung: Während der Phase der Preisobergrenze kostete Premium-Diesel auf dem Schwarzmarkt, also außerhalb des regulierten Netzes, tatsächlich über 900 Forint pro Liter. Derzeit erhalten Dieselfahrer eine monatliche Ausgleichszahlung von 5.000 Forint anstelle einer direkten Preisobergrenze an den Zapfsäulen.

Ursachen der Preissteigerungen

Als Hauptgrund für die hohen Preise gelten fehlende Raffineriekapazitäten in Europa, verstärkt durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Der Wegfall von Importen aus Russland und Belarus zwang den Markt zur Suche nach alternativen Quellen — Saudi-Arabien, Indien und Nordafrika —, doch auch diese Lieferketten werden immer wieder durch regionale Konflikte gestört.

Der Energieexperte Attila Holoda ist der Ansicht, dass „die Welt in eine Ära teurer Energie eingetreten“ sei. Seinen Worten zufolge droht weder bei Kraftstoff noch bei Erdgas eine Versorgungskrise, solange die Marktmechanismen normal funktionieren — die ungarischen Gasspeicher seien derzeit zu 72 Prozent gefüllt, was mehr als die Hälfte des Jahresverbrauchs abdeckt.

Wie geht es weiter

Angesichts anhaltender internationaler Konflikte und begrenzter Raffineriekapazitäten in Europa schließen Analysten einen weiteren Anstieg der Kraftstoffpreise in Ungarn nicht aus.

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