Die kroatische Regierung hat heute eine Verordnung zur Festlegung von Höchstpreisen für Erdölerzeugnisse erlassen, mit der die Kraftstoffpreise an Tankstellen im ganzen Land vorübergehend begrenzt werden. Anlass der Intervention ist der plötzliche Anstieg des Rohölpreises infolge des Krieges im Iran und der Schließung der Straße von Hormus.
Warum sind die Preise gestiegen?
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt — täglich passieren rund 20 Millionen Barrel Öl den Engpass, was einem Fünftel der weltweiten Versorgung entspricht. Die Schließung der Meerenge infolge der Eskalation des Krieges im Iran hat an den globalen Märkten, insbesondere im Mittelmeerraum — dem kroatischen Referenzmarkt für die Kraftstoffpreisberechnung — einen starken Preisanstieg bei Rohöl und Erdölprodukten ausgelöst.
Laut dem Regierungsdokument verzeichnen die Preise für Brent-Rohöl sowie für Derivate (Eurosuper, Eurodiesel) seit Beginn der Krise einen steilen Anstieg, was sich unmittelbar auf die Zapfsäulenpreise in allen europäischen Ländern auswirkt.
Was schreibt die Verordnung vor?
Gestützt auf Artikel 9 Absatz 2 des Gesetzes über den Markt für Erdöl und Erdölerzeugnisse hat die Regierung eine Verordnung erlassen, die Höchstpreise für folgende Produkte festlegt:
- Motorenbenzin (Eurosuper 95)
- Dieselkraftstoff (Eurodiesel)
- Blauer Diesel (landwirtschaftlicher Diesel)
- Flüssiggas (LPG PB) – für Tanks und Flaschen ab 7,5 kg
Die Verordnung gilt nicht für Premium-Kraftstoffe und Benzin mit höherer Oktanzahl — deren Preise werden weiterhin frei am Markt gebildet. Energieunternehmen sind verpflichtet, allen Käufern den Erwerb von Kraftstoff ohne zugesetzte Multifunktionsadditive zum regulierten Preis zu ermöglichen.
Die Verordnung tritt am ersten Tag nach der Veröffentlichung im Amtsblatt (Narodne novine) in Kraft und gilt in ununterbrochenen 14-tägigen Abrechnungszyklen, begleitet von einer kontinuierlichen Marktbeobachtung.
Was zahlen wir an der Zapfsäule?
Dank der Regierungsintervention werden die Preise an den Tankstellen deutlich niedriger sein als es die Marktbedingungen vorgeben würden. Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der aktuellen Preise, der hypothetischen Marktpreise ohne Maßnahmen und der regulierten Preise mit Maßnahmen:
| Kraftstoff | Aktueller Preis | Ohne Maßnahmen | Mit Regierungsmaßnahmen |
| Eurodiesel | 1,48 €/l | 1,72 €/l | 1,55 €/l |
| Eurosuper 95 | 1,46 €/l | 1,55 €/l | 1,50 €/l |
| Blauer Diesel | 0,80 €/l | 1,06 €/l | 0,89 €/l |
| LPG – Tanks | 1,67 €/kg | 1,87 €/kg | 1,70 €/kg |
| LPG – Flaschen (≥7,5 kg) | 2,38 €/kg | 2,58 €/kg | 2,40 €/kg |
Den stärksten absoluten Preisanstieg hätten Dieselfahrer gespürt — ohne Intervention wäre der Eurodiesel um 0,24 €/l teurer geworden, während der Anstieg mit den Maßnahmen auf lediglich 0,07 €/l begrenzt wird. Nutzer des blauen Diesels, der hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt wird, wären ohne Schutz mit einem Plus von 0,26 €/l konfrontiert worden.
Wie geht es weiter?
Die Regierung hat angekündigt, die internationalen Ölpreise weiterhin zu beobachten und die Maßnahmen entsprechend der weiteren Entwicklung der Lage im Nahen Osten anzupassen. Ziel bleibt es, den Druck auf Haushalte und Wirtschaft in einem instabilen globalen Energiemarkt so weit wie möglich abzufedern.
Die Verordnung wird von Ministerpräsident Andrej Plenković unterzeichnet und ergeht im Rahmen der im Erdölmarktgesetz vorgesehenen Befugnisse.
